Omerzählen und Kabbala

In der Zeit von dem Heiligen Tempel in Jerusalem wurde das Omer Opfer am zweiten Tag von Pessach gebracht...

4 Min.

Breslev Israel Redaktion

gepostet auf 06.05.20

OMER OPFER

 

 

In der Zeit von dem Beit Hamikdash (dem Heiligen Tempel in Jerusalem) wurde das sogenannte “Korban Omer”, das Omer Opfer am zweiten Tag von Pesach (dem 16. Nissan) gebracht.

 

 

In der zweiten Nacht von Pessach in allen Ländern außer Israel, was in Israel  der ersten Nacht von Chol Hamoed entspricht, wurden genug Bündel von Gerste auf einem Feld außerhalb von Jerusalem geschnitten, um 5 Pfund feines Mehl herzustellen.

 

 

Zurück im Beit Hamikdash dreschten die Kohanim die Stiele, bis die Körner herunterfielen. Als nächstes wurden die Körner über einem Feuer geröstet und zu Mehl gemahlen. Das Mehl wurde gesiebt, bis nur noch das feinste Mehl zum Omer Opfer übrig war.

 

 

Das Korban Omer (Omer Opfer) bestand aus ungefähr fünf Pfund Gerste  Mehl gemischt mit Öl und einer Handvoll Gewürzen, um ein Korban Omer herzustellen. Die Mischung wurde in eine Pfanne gegeben. Die Pfanne wurde in alle Richtungen geschwenkt. Dann wurde eine Handvoll der Mischung auf dem Misbeach (Altar) verbrannt, während der Rest an die Kohanim verteilt wurde.

 

 

 

OMER ZEIT

 

 

Die Erntezeit von Getreide  beginnt mit Pessach. Haschem befahl, daß die Gerste erst geerntet werden dufte, nachdem das Omer Opfer gebracht wurde.

 

 

Das Omer Opfer ist auch ein Ausgangspunkt für den Countdown zur Matan-Tora (Empfang der Tora). Nach der Tora (Levitikus, Parscha Emor, 23: 15-16) sind wir dazu verpflichtet, 49 Tage von der zweiten Nacht von Pessach bis zum Tag vor Schawuot, sieben volle Wochen, zu zählen:

Und ihr sollt zählen vom andern Tage nach der Feier an, von dem Tage, da ihr gebracht das Omer der Schwingung, (daß es) sieben volle Wochen seien. Bis zum andern Tage nach der siebenten Woche sollt ihr 50 Tage zählen …

 

 

Diese Periode wird als „Sefirat HaOmer „ (Omerzählung) bezeichnet.

 

 

Man beginnt in der zweiten Nacht des Pessachfestes und so zählt man sieben Wochen lang, 49 Tage. Diese 49 Tage entsprechen den 49 Tagen, den unsere Vorfahren von Yetziat Mitzrayim (Exodus aus Ägypten) der Vorbereitung zum Empfang der Tora am sechsten Tag vom Monat Siwan widmeten.

 

 

Der Tag nach Abschluß der Omerzählung, der fünfzigste Tag, ist der Feiertag von Schawuot, der Tag an dem die Tora uns übergeben wurde.

Das Omerzählen erinnert uns an die wichtige Verbindung zwischen Pessach und Schawuot. Pessach befreite uns zwar physisch von der Sklawerei, aber der Empfang der Tora auf Schawuot befreite uns geistig von unserer Knechtschaft zu Götzendienst und Unmoral.

 

 

 

EMPFANG DER TORA

 

 

Haschem befahl uns, Schawuot am fünfzigsten Tag des Omerzählens zu feiern. Die Kohanim (Priester) brachten die „Schtei Halechem (zwei Brote)“ zum Heiligen Tempel in Jerusalem, die aus dem ersten Weizen der neuen Ernte gebacken wurde.

 

 

Haschem verspricht, daß Er als Belohnung für das Weizenopfer die Früchte unserer Felder segnen wird. Im Gegensatz zu anderen ritualen Opfern, die aus Teig bestanden, darf das Teig des Opfers von den „Schtei Halechem“ (zwei Brote) steigen. Dieses Opfer wird nicht auf dem Misbeach (Altar) verbrannt, es wird von allen Kohanim geteilt.

 

 

Nach der Zerstörung des Heiligen Tempels in Jerusalem wurde das Darbringen vom Omer Opfer aufgehört. Dennoch zählt das jüdische Volk weiterhin das Omer.

 

 

 

WIE ZÄHLEN WIR DAS OMER?

 

 

Vom Pessach Fest bis zu Schawuot zählt man jeden Tag das Omer nach dem Abendgebet. Nach einem Segensspruch geben wir die Anzahl des Omers in Wochen und Tagen an.

 

 

Also beginnen wir in der ersten Nacht mit „Hayom Yom Echad La'Omer“ – („Heute ist ein Tag des Omers“). Am 16. Tag würden wir zum Beispiel sagen: „Heute sind sechzehn Tage, das sind zwei Wochen und zwei Tage des Omers“.

 

 

Das Omer Zählen endet in der Nacht vor Schawuot, „Hayom Tish'ah V'Arba'im Yom Shehaym Shiv'ah Shavuot La'Omer“ – („Heute sind neunundvierzig Tage, sieben Wochen des Omers“)

 

 

Wenn man nachts vergessen hat zu zählen, sich aber an den nächsten Tag vor dem Sonnenuntergang daran erinnert, sollte man sofort ohne Segenspruch zählen. Man nimmt dann die reguläre Zählung an diesem Abend mit dem Segenspruch wieder auf. Wenn eine Person einen ganzen Tag verpaßt, wird alles weiter bis Schawuot allerdings ohne Bracha gezählt.

 

 

 

EINE GEIGNETE ZEIT ZUR VERBESSERUNG UNSERER CHARAKTEREIGENSCHAFTEN

 

 

Den Kabbala Experten zufolge ist die Omerzeit eine sehr geeignete Zeit im jüdischen Kalenderjahr, um schrittweise nach spiritueller Perfektion zu streben und unsere Charaktereigenschaften zu verbessern.

 

 

Die Kabbalisten empfehlen uns, während der Omerzeit nach spiritueller Perfektion schrittweise zu streben. Jede Woche und jeder Tag ist durch eine ganz bestimmte „Sefira“ (kabbalistische Sphären, Kanäle von Eigenschaften) gekennzeichnet:

 

 

1. Woche: „Chessed“ = Liebe, Freundlichkeit

2. Woche: „Gewura“ = Stärke, Selbst-Disziplin

3. Woche: „Tiferet“ = Mitgefühl, Pracht, Herrlichkeit,Harmonie

4. Woche: „Netzach“ = Ewigkeit, Ausdauer, Siegesstreben

5. Woche: „Hod“ = Dankbarkeit, Bescheidenheit, Demut

6. Woche: „Yessod“ = Fundament, Kommunikation

7. Woche: „Malchut“ = Königtum, Leadership

 

 

Jede Sefira beinhaltet in sich weitere sieben, und so entstehen 49 Kombinationen von Sefirot. Am ersten Tag der ersten Woche arbeitet man an den Eigenschaften von  „ Chessed in Chessed“, am zweiten Tag der ersten Woche fokussiert man sich auf „Gewura in Chessed“, am dritten Tag geht es um „Tieferet in Chessed“ usw. Wenn man jeden Tag an einer von diesen Kombinationen von Sefirot „arbeitet“ und seine Charaktereigenschaften im Zusammenhang zu den Eigenschaften von jedem bestimmten Tag verbessert „reinigt“ man auch jede Sefira, so daß wir uns optimal zum Empfang der Tora vorbereiten. Diese ist auch ganz besonders geeignet, um unsere Beziehungen zu anderen zu verbessern.

 

 

 

WARUM IST DIE OMER ZEIT EINE TRAURIGE ZEIT?

 

 

Das Omerzählen ist leider auch eine Zeit der Traurigkeit. Im Laufe der Jahre wurde die Omer Zeit mit traurigen Erinnerungen für das jüdische Volk verbunden. Genau während der siebenwöchigen Omer Zeit ereigneten sich Massaker in der Zeit der Römer und später noch während der Kreuzzüge. In den Tagen des römischen Kaisers Hadrian versuchten die Juden – angeführt von Bar Kochba – die ausländischen Unterdrücker aus Judäa zu vertreiben. Der Aufstand war erfolglos. Während der Kämpfe kamen Tausende von Juden ums Leben. Auch der Aufstand im Warschauer Ghetto 1943 fällt in diese Zeit.

 

 

Laut dem Talmud (Yevamot 62b) starben während der Omer Zeit 24.000 Schüler von Rabbi Akiwa, weil „sie sich nicht richtig respektierten“. Und alle starben zwischen Pessach und Schawuot an den Folgen einer mysteriösen, von Haschem gesandten Pest, die in den Tagen des Omer Zählens wütete. Aus diesem Grund ist es üblich, während dieser Zeit eine Zeit der Trauer zu beobachten (mit einer Ausnahme am Tag vom Lag BaOmer am 18. Tag des Monats Iyar, dem 33. Tag des Omer Zählens). In dieser Zeitperiode finden keine Hochzeiten statt, keine Haare werden geschnitten und keine Musik darf gehört werden.

 

Einige zählen die Trauerzeit von Pessach bis zum Tag von Lag BaOmer.

 

 

 

 

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