Halachot der zehn Tage der Umkehr

Ein Überblick über die Halacha für unser Verhalten in den zehn Tagen zwischen Rosh HaShana und Jom Kipur

4 Min.

Breslev Israel Redaktion

gepostet auf 24.09.19

Thsuva

 

In den zehn Tagen der Umkehr muss jeder seine Taten überprüfen, und viele Mitzvot tun, und viel spenden. Jeden Tag des Jahres, sagen uns unsere Weisen, muss ein Mensch sich denken, dass er halb schuldig und halb unschuldig ist, und dass seine nächste Tat entscheidet, wohin sich die Waagschaale neigt. Umsomehr in den zehn Tagen! Unsere Weisen sagen, dass die durchschnittlichen Menschen zwischen Rosh HaShana und Jom Kipur Zeit haben, sich zu beweisen und ein gutes Urteil zu erhalten. Und Tshuva und Gebet sind immer gut, aber in diesen Tagen werden sie besonders angenommen.

 

Tshuva muss man nicht nur für Taten tun (Shabat brechen, Diebstahl etc) sondern auch für Gedanken, Zorn, Neid, Habsucht usw. – für alles muss man Tshuva tun! Und solange man Gedanken und Charaktereigenschaften nicht korrigiert, kann man Taten nur schwer korrigieren.

 

Ein Mensch, der Tshuva tut, sei nicht niedergeschlagen, wie weit er vom Level der Gerechten entfernt ist. Dann ein Umkehrender ist bei HaShem geliebt und gewollt, und wird angesehen, als habe er nie gesündigt. Und sein Lohn ist groß, denn hat von der Sünde gekostet und sich von ihr losgesagt und seinen Trieb überwunden! Unsere Weisen haben gesagt, dass die Umkehrenden höher stehen als die, die nie gesündigt haben, denn jene mussten ihren Trieb besiegen.

 

Die Tshuva bringt die Menschen HaShem näher. Wer gestern noch gesündigt hat und bei HaShem verhasst war, kann heute ein geliebter Freund sein. HaShem sagt uns wenn wir sündigen:"ihr seid nicht mein Volk", aber wenn wir umkehren: "Söhne des lebendigen G-ttes"

 

Fehler beim Gebet etc

 

Ein Vorbeter, der "HaEl HaKadosh" statt "HaMelech HaKadosh" gesagt hat und das nicht noch während dem Sprechen korrigiert, muss nur den aktuellen Segen von "Ata Kadosh" wiederholen.

 

Der Vorbeter muss am Shabat sagen "HaMelech HaKadosh sh'ein camohu". Wenn ihm noch während des aktuellen Segens auffällt, dass er sich geirrt hat, beginnt er den Segen von vorne. Wenn es ihm erst auffällt, nachdem er den Schluss des Segens angefangen hat, geht er nicht noch einmal zurück.

 

Wer im Gebet "Melech HaKadosh" statt "HaMelech HaKadosh" gesagt hat, muss nicht noch einmal beten.

 

Wer "Melech ohev Zedeka veMishpat" statt "HaMelech HaMishpat" gesagt hat: wenn er noch während dem Sprechen korrigiert, muss er den Segen nicht wiederholen. Wenn es ihm erst auffällt, nach dem er den nächsten Segen angefangen hat, oder in einem späteren Segen, geht zurück zum Segen "Hashiva", beendet mit "HaMelech HaMishpat" und betet von da in der Reihenfolge weiter alles noch einmal. Genauso, wer sich nicht sicher ist, ob er das richtige gesagt hat.

 

Wem, nachdem er das Gebet komplett beendet hat, auffällt, dass er "HaEl HaKadosh" statt "HaMelech HaKadosh" oder "Melech ohev Zedeka veMishpat" statt "HaMelech HaMishpat" gesagt hat, oder wer sich nicht sicher ist, ob er das richtige gesagt hat, betet das Gebet noch einmal. Vorher sagt er die Bedingung: "Wenn ich verpflichtet bin, noch einmal zu beten, ist dies ein Pflichtgebet, und wenn ich nicht verpflichtet bin, ist dies ein freiwilliges Gebet."

 

Wer den Einschub "sachrenu lechaim" vergessen hat, und es merkt, bevor er den Schluss des Segens angefangen hat, geht zurück und sagt den Einschub und betet von da in der Reihenfolge weiter. Wenn er es erst merkt, nachdem er den Segen beendet hat, sagt den Einschub im Segen "shomea Tefila" oder, wenn er es auch da vergessen hat, sagt er den Einschub am Ende von "Elohai nazur".

Wer "mi camocha Av harachaman" vergessen hat, geht nicht zurück, und sagt es auch nicht in "Shomea Tefila".

Wer "uctov leChaim tovim" oder "ubeSefer Chaim tovim" vergessen hat, wenn es ihm vor dem Ende des jeweiligen Segens auffällt, geht er zurück und sagt es, wenn nicht, sagt er es am Ende von "Elohai Nazur"

Wer "ubeSefer Chaim tovim" schon ausversehen anstelle von "uctov leChaim tovim" gesagt hat, sagt es nicht ein zweites Mal, wenn er zu "sim Shalom" kommt.

"Sachrenu lechaim" sagt man auch am Shabat.

 

Wer einen der Einschübe vergessen hat und es erst dem Ende des Gebets bemerkt, und dachte, dass er nochmal beten muss, und inmitten des zweiten Gebets fällt ihm auf, dass man ja eigentlich nicht noch einmal beten muss: Beoi Shachrit und Mincha hört er sofort auf, zu beten. Bei Aravit bringt er das Gebet als freiwilliges Gebet zu Ende und fügt irgendwo ein persönliches Gebet ein.

 

Beim Shachrit-Gebet sagt man zwei mal "HaShem hu haElohim" vor "Haschem Melech". Und nach "jishtabach" sagt man den Psalem "Aus den Tiefen habe ich zu dir gerufen"

 

Wenn beim Mincha-Gebet die Zeit knapp ist, uns wenn man "Avinu Malcenu" sagt, nicht genug Zeit für Vidui und das Niederwerfen vor dem Ende der Dämmerung (dreizehnernhalb Minuten nach Sonnenuntergang) bleibt, dann sagt man "Avinu Malcenu" nicht

 

Es gibt den Brauch, am Shabat "Avinu Malcenu" zu sagen, aber ohne "Chet veAvon". Wo der Brauch eindeutig anders ist, soll man bei seinem Brauch bleiben.

 

Wer am Shabat Tshuva "reze vehachalizenu" im Tischgebet vergessen hat, und es ihm erst auffällt, nachdem er den nächsten Segen angefangen hat, es ist umstritten, ob man das Tischgebet noch einmal sagen muss. Am Shabat Abend muss es auf alle Fälle. Wenn es ihm einfällt, nachdem er "bone Jerushaleim" beendet hat, sagt er "asher natan".

 

Sonstiges

 

Es gibt welche, die sagen, dass man in den zehn Tagen genauso wie an Rosh HaShana tagsüber nicht schlafen soll. Aber das ist nicht unbedingt nötig.

 

Es gibt welche, die in den zehn Tagen nicht heiraten, und es ist besser, sich zu bemühen, die Hochzeit noch vor den zehn Tagen zu haben. Aber ein Bräutigam, der schon zwanzig ist, heiratet auch in den zehn Tagen.

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