Bitte – Wa´etchanan

„Überall wo es an etwas mangelt oder an etwas fehlt, wurde entweder überhaupt nicht - oder zu wenig dafür gebetet.“

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Rabbiner Shalom Arush

gepostet auf 10.07.2010

Rabbi Nathan aus Breslev lehrte uns einst ein unbeschreiblich wichtiges Fundament fürs Leben:

„Überall wo es an etwas mangelt oder an etwas fehlt, wurde entweder überhaupt nicht – oder zu wenig dafür gebetet.“
 
Das heißt, dass ein Mensch durch die Anhäufung von Gebeten alles was er möchte erreichen und erlangen kann! Ein schlichtes Bitte – genügt! Allerdings muss man dabei beachten, dass es Dinge gibt, dessen Erreichung oder Erlangung von der Anzahl der ausgeführten Gebete abhängt. Daher darf man nach einem Gebet – aus dem sich keine sichtbar resultierende Veränderung zeigt – niemals traurig und enttäuscht sein. Im Gegenteil, dies muss gerade Ansporn geben, noch öfter zu beten. Noch ein Gebet und noch ein Gebet und noch ein Gebet, solange bis man die geforderte Anzahl zusammen hat.
 
Halten wir also fest: Wenn man sieht, dass sich nichts tut, muss man entweder öfter oder länger beten. 
 
Das perfekte Beispiel dafür gibt uns Moses, der immer und um alles betete. Vor allem als er sah, dass dem Volk Israel eine Gefahr auflauerte, wandte er sich unmittelbar an Gott und ließ dabei solange nicht locker, bis Gott die Gefahr von allen fernhielt. 
 
Des Weiteren flehte er Gott in seinen Gebeten an, das über ihn erlassene Einreiseverbot nach Israel aufzuheben. Nach 515 vollzogenen Gebeten forderte ihn Gott auf, seine Gebete diesbezüglich umgehend einzustellen.
 
Weshalb forderte Gott ihn auf? Die Antwort darauf ist eindeutig! Wenn Moses nur noch ein einziges Gebet diesbezüglich an Gott gerichtet hätte, wäre Gott sozusagen dazu gezwungen gewesen, ihm die Einreise in das Heilige Land zu gestatten, da er dadurch die erforderliche Gebetsanzahl erreicht hätte. Da Gott allerdings nicht daran interessiert war, dass Moses einreiste, forderte er ihn umgehend dazu auf, seine Gebete diesbezüglich einzustellen. 
 
Dennoch stellt sich nun die Frage, weshalb Gott Moses erst nach 515 Gebeten dazu aufforderte, nicht mehr diesbezüglich zu beten!? Er hätte ihn genauso gut bereits nach nur einem Gebet unmissverständlich sagen können, dass er an seiner Einreise nicht interessiert ist. Weshalb wartete Gott also so lange? 
 
Zum einen verspürte Gott durch die herzhingebenden Gebete von Moses ein unbeschreiblich schönes Gefühl und zum anderen nutzte Er sie für einen reibungslosen Einzug des Volkes Israel in das Heilige Land. 
 
Zusammenfassend wissen wir nun, dass man durch das Erreichen der geforderten Anzahl an Gebeten, Gott sozusagen in die Lage versetzt, uns unsere Wünsche erfüllen zu müssen! Des Weiteren entnehmen wir daraus den Schluss, dass es in unserer Pflicht liegt solange zu beten, bis man seinen Wunsch von Gott erfüllt bekommt, oder bis Gott einem ausdrücklich dazu auffordert, seine Gebete einzustellen! 
 
Achtung: Bei all dem sprechen wir über einen Menschen, dessen gesamter Wille es ist sich Gott anzunähern, indem er versucht, Gott kennen und schätzen zu lernen, sowie dem Sinn, Zweck und Grund seines Lebens gerecht zu werden. Solch ein Mensch hat eine Garantie, dass dessen Gebete von Gott verwirklicht werden!
 
Ein Mensch der hingegen zu Gott betet und Ihn dabei um Dinge bittet, die dem genauen Gegenteil Seines Willens entsprechen, ist selbstverständlich nicht im Besitz dieser Garantie und kann demzufolge auch nicht darauf bauen, dass Gott ihm seine Gebete in die Tat umsetzen wird. Des Weiteren hat solch ein Mensch es zweifellos geschafft, Gott zu verärgern, da dieses Verhalten folgendem Szenario gleicht:
 
Ein Sohn bittet seinen wohlhabenden Vater um 100.000 Euro. Daraufhin fragt ihn der Vater: „Wofür brauchst du das Geld?“
 
Der Sohn erwidert ihm: „Ich möchte mir damit einen Bulldozer kaufen, um anschließend dein Haus abzureisen oder um der örtlichen Müllabfuhr zu gestatten, den Stadtmüll auf deinem Haus abzuladen, sodass es sich zu einer großen und stinkenden Müllhalde verwandelt.“
 
Es versteht sich von selbst dass dieser wohlhabende Vater nicht einmal einen einzigen Cent herausrückt und zum anderen erzürnt ihm das unbeschreiblich freche Verhalten seines Sohnes maßlos.
 
Ebenso verhält sich ein Mensch Gott gegenüber, wenn er Ihn darum bittet, seine sinnlosen, absurden oder perversen Begierden und Leidenschaften zu verwirklichen, mit denen er nur noch mehr Sünden begeht und dadurch die gesamte Welt in ein schmutziges Chaos treibt. Auch in dem Fall versteht es sich von selbst, dass dieses Verhalten für die Seelenruhe Gottes nichts beiträgt, und dass es niemanden wundern muss, wenn Gott derartige Bitten missachtet. 
 
Ganz im Gegensatz zu einem Gebet mit dem man beabsichtigt, Gott kennen und schätzen zu lernen. Solch ein Gebet erbaut diese Welt und verschönert sie. Daher erfüllt es Gott auch mit unbeschreiblicher Freude und deshalb wird Er alle Gebete dieser Art verwirklichen, um jenen Beter an der Freude, die er Ihm damit bereitete, teilhaben zu lassen. 
 
Wenn wir mit voller Überzeugung an Gott glauben würden, könnten wir uns durch einfach geführte Gespräche mit Gott unermesslich bereichern! Das heißt, dass man alles was man braucht oder herbeisehnt, durch das Gebet erlangen kann, ohne jegliche Einschränkung von Seiten der Natur und Sonstiges. Durch das Gebet wird aus etwas scheinbar Unmöglichem etwas greifbar Nahes! Alles lässt sich mit dem Gebet sowohl erreichen als auch verändern! Denn so wie Gott Allmächtig ist, so kann ebenso jeder Mensch, der sich an Ihn wendet – im übertragenen Sinne – allkönnend sein.  
 
Sogar der niedrigste und schlimmste Mensch auf dieser Welt muss sich darüber im Klaren sein, dass Gott ihn hört, sieht, auf ihn achtet, nur das Beste für ihn will und stets bereit ist ihm zu helfen. Daher kann er – sowie jeder andere – allem Negativen in seinem Leben ein Ende setzen, wenn er sich mit seinen einfach formulierten Worten an Gott – mit dem Willen, Ihn kennenlernen zu wollen -, wendet und dabei seine Bitte zum Ausdruck bringt. Durch das Gebet zwingt ein Mensch Gott sozusagen, ihm seiner Bitte Folge zu leisten.  

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