Essen, mal ganz anders

Ein Rabbi bat Gott: „Lass mich doch einmal einen Blick in den Himmel tun und in die Hölle!“

2 lesezeit

Mirjam Arush

gepostet auf 10.12.2010

Von wo ich diese Geschichte habe, weiß ich nicht mehr, aber sie spricht ja für sich selbst:

 

Ein Rabbi bat Gott: „Lass mich doch einmal einen Blick in den Himmel tun und in die Hölle!“ 

 

Gott erfüllte seinen Wunsch und sandte seinen Propheten Eliya als Führer. Der Prophet führte den Rabbi in eine große Halle. In der Mitte brannte ein Feuer und wärmte einen Topf mit einem Gericht, das den ganzen Raum mit seinem köstlichen Duft erfüllte. Um diese verheißungsvolle Speise waren Menschen versammelt und ein jeder hatte einen langen Löffel an seine Hände gebunden.

 

Doch sie sahen hungrig aus, grau, fröstelnd, hinfällig. Denn die Löffel waren viel länger als ihre Arme, so dass sie ihren Mund damit nicht erreichen konnten. Freudlos und missgünstig schweigend starrten sie mit leeren Augen vor sich hin.

Erschrocken und aufgewühlt ließ sich der Rabbi von diesem gespenstischen Ort wegführen. Er hatte genug von der Hölle gesehen.
 

Der Prophet führte ihn nun in einen anderen Raum. Oder war es der gleiche? 
 

Alles sah ganz genauso aus: Der Kessel mit der duftenden Köstlichkeit über dem Feuer, die Menschen rund um den Herd, die gleichen überlangen Löffel. 
 

Nein, es war nicht der gleiche Raum. 
 

Die Menschen aßen. Sie sahen glücklich aus, gesund, zufrieden, voller Leben. Fröhliches Stimmengewirr und herzliches Lachen erfüllte den Raum. 
 

Das musste das himmlische Paradies sein. 
 

Doch was machte den gewaltigen Unterschied aus? 
 

Die Menschen hier wandten sich einander zu. Jeder benutzte seinen riesigen Löffel, um einem anderen die Speise anzureichen. Jeder blieb besorgt, dass ein anderer satt wurde. Und so erhielt auch er selbst sein Essen, konnte satt werden und genießen.
 

Nach dieser Geschichte sollten wir wohl nun alle anfangen zu lernen, dass man niemals glücklich und erfüllt sein kann mit diesem zu langen Löffel (Ego?) …
 

Die Geschichte – so denke ich – spricht für sich und braucht keine weiteren Erklärungen …
 

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1. Michael Kania

3/06/2013

"Das himmlische und das höllische Mahl" Eine interessante Geschichte; nur die Schlussfolgerung empfinde ich als nicht so ganz stimmig. Sollte es nicht heissen ... dass man nur glücklich sein kann, wenn man die langen Löffel dazu nutzt, nicht sich, sondern den anderen Speise zu geben?

2. Michael Kania

3/06/2013

Eine interessante Geschichte; nur die Schlussfolgerung empfinde ich als nicht so ganz stimmig. Sollte es nicht heissen ... dass man nur glücklich sein kann, wenn man die langen Löffel dazu nutzt, nicht sich, sondern den anderen Speise zu geben?

3. Bernd Iwanter

4/04/2011

Das himmliche und das höllische Mahl Diese Geschichte ist voll tiefer Wahrheit und sie hat gleichzeitig praktische Ratschläge für den Einzelnen und die Gemeinschaft. Außerdem ist sie mit mit wunderschönen Worten erzählt. Danke!

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