Wirtschaftliches Denken (3)

Unterm Strich bleibt die Erkenntnis, dass ein gläubiger Händler oder ein gläubiger Geschäftsmann … (Teil 3 der Reihe "Business-Plan")

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Rabbiner Shalom Arush

gepostet auf 11.05.2011

Der Glaube bestimmt den Handel
 
Unterm Strich bleibt die Erkenntnis, dass ein gläubiger Händler oder ein gläubiger Geschäftsmann, sich mit Sicherheit mit dem zufrieden gibt was er hat, und deshalb führt er alle seine Geschäfte im Glauben mit voller Überzeugung durch. Aufgrund dessen kann solch ein Mensch der ersten Frage, die man ihm nach seinen Tod stellen wird, ohne Befürchtung entgegenblicken: „Führtest du all deine Verhandlungen stets gewissenhaft aus?“ „Gewissenhaft“ bedeutet, ob man stets die Wahrheit sprach, ohne die Tatsachen zu verändern oder sie schön zu malen. Infolgedessen wird ein Mensch im Prinzip gefragt: „Hast du all deine Verhandlungen, Tätigkeiten und Geschäfte, stets ehrlich und aufrichtig gestaltet, ohne zu lügen oder zu betrügen?“ 
 
Ein gläubiger Händler versucht niemals seine Ware schön oder gut zu reden. Er spricht stets die Wahrheit, nicht mehr und nicht weniger. Ihm ist bewusst, dass jeder Gegenstand und Artikel in seinem Geschäft einen bestimmten Abnehmer hat, und deshalb kommt es für ihn nicht in Frage, einen Menschen mit Lügen oder  Schleimereien davon zu überzeugen, dass seine Ware die Schönste und die Beste ist, da dieser bestimmte Mensch sie auch ohne seine verlogenen Hervorhebungen kaufen wird. Des Weiteren legt er auch keine übertriebene Höflichkeit an den Tag, da er weiß, dass Gott ihm sein Leben finanziert und nicht etwa der Käufer durch seinen Kauf. Darüber hinaus wird er ebenso wenig versuchen, den Kunden unter Druck zu setzen bzw. ihn zu einem Kauf zwingen. Er weiß, dass dies den Auslöser für eine Reihe von Problemen für ihn bedeutet, da der Käufer sich z.B. darüber ärgert, dass er etwas kaufte, mit dem er gar nichts anfangen kann, und alles nur, weil der Verkäufer an ihm hing wie eine Klette am Hals,  und deshalb verzeiht er ihm das nicht und verflucht ihn sogar oder dergleichen.
 
Einen gläubigen Händler, erschrickt und verängstigt gar nichts. Wenn er sieht, dass ein Kunde sich gegen ihn entscheidet und bei seiner Konkurrenz einkauft, dann macht ihm dies nichts aus, da er weiß, dass Gott ihm sein Leben finanziert. Daher kann es in einem Monat, in dem sein Geschäft keinen rosigen Umsatz abwarf gut sein, dass Gott sich entschloss, ihm Geld auf einem anderen Weg zukommen zu lassen. So ein Händler erhält von Gott eine „glatte Eins“ für seine, mit Bravour gemeisterte, Glaubensprüfung. Infolgedessen erfreut sich solch ein Händler an einem wunderschönen und stressfreien Leben auf dieser Welt. Am Himmelsgericht wird er nach seinem Tod unbeschreiblichen Lohn für seine Anständigkeit, Ehrlichkeit, für seinen guten Charakter und für den Fakt, dass er niemals einen Menschen kränkte, erhalten. 
 
Im Gegensatz dazu zieht ein Händler, der keinen Glauben an Gott besitzt, die Verliererkarte. Er bildet sich ein, dass der Kunde für seinen Lebensunterhalt verantwortlich ist, und deshalb schleimt er mit Überhöflichkeit jeden Kunden, der seinen Laden betritt, an und verbeugt sich regelrecht vor ihnen. Des Weiteren verlässt er sich ausschließlich auf sein Können, sein Wissen und seine Intelligenz. Darüber hinaus bildet er sich ein, dass sein Geschäft von seinem Tun und Handeln abhängig ist, und deshalb nimmt er sich das Recht heraus, zu lügen, zu betrügen, seine Konkurrenz in den Dreck zu ziehen (dadurch vergeht er sich an den Sünden der üblen Nachrede und des Rufmordes), und er tischt seinen Kunden, in Form von Versprechungen irgendwelche Märchengeschichten auf.
 
Sobald sein Geschäft anfängt schwarze Zahlen zu schreiben, kennt sein Stolz keine Grenzen und sein Hochmut geht auf wie Hefeteig. Da er davon überzeugt ist, dass ihn seine Führungskompetenz, seine außergewöhnliche Intelligenz und seine professionellen Kenntnisse auf die Erfolgsspur brachten. Doch die Krönung für ihn ist, wenn er seine Artikel zu einem höheren Preis, als sie eigentlich Wert sind, verkauft, und deshalb protzt er überall mit den Worten herum: „Seht ihr, ich weiß wie man Geld macht!“ Es versteht sich von selbst, dass sein sogenannter Reingewinn in Wirklichkeit ein hausgemachtes Verlustgeschäft ist, da er seine Kunden betrogen hat! Im Klartext hat er gestohlenes Geld in seinen Taschen, und deshalb wird ihm dies körperlich und geistig zur Last werden. Damit uns so etwas nicht geschieht, beten wir: „Barmherziger ernähre, verpflege und versorge uns, auf legalen Wegen und nicht etwa auf illegalen…“
 
Die Geldsumme, die Gott am Jahresanfang für ihn festlegte, hätte er so oder so bis auf den letzten Cent erhalten. Folglich hätte er seine Ware zum Normalpreis verkaufen können, d.h., weniger als er tatsächlich erzielte.

Allerdings, sobald er mit seinem Geschäft auf die Verliererspur gerät, geht ihm sofort die Luft aus. Plötzlich tut ihm alles leid, er verspürt Schande und Schmach, er wird aggressiv und lässt seinen Frust an anderen aus und beschwert sich über sein „ach so bitteres Leben“, das im Grunde genommen keines ist. Die Note, die Gott ihm für seine verkorkste Glaubensprüfung gibt, ist logischerweise keine gute. 

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