Engel der Gerechtigkeit

Bibel - Was interessiert es uns, an welchem Tag die Fische oder an welchem Tag die Sterne erschaffen wurden? …

6 lesezeit

Edi Abramov

gepostet auf 12.01.2012

Gott – Mensch – Engel

In der Parascha Bereschit wird uns erzählt, wie alles entstanden ist, wann und wie Gott alles erschaffen hat, sowohl die Erde als auch den Himmel, bis hin zu den Tieren und so weiter! Es stellen sich hierbei aber einige Fragen: Warum erzählt uns die Tora dies? Warum werden wir andauernd daran erinnert, immerhin liegen schon Jahrtausende zurück?! Was interessiert es uns, an welchem Tag die Fische oder an welchem Tag die Sterne erschaffen wurden? Oder was bringt es uns heute zu wissen, dass die Welt in sechs Tagen geschaffen wurde? Sollte die Tora sich nicht mit spirituellen, religiösen Angelegenheiten befassen? Hat die Wissenschaft die Entstehung des Lebens, die Erschaffung der Erde sowie die Entwicklung der Menschheit nicht widerlegt?

Die bedeutendste und interessanteste aller Fragen: WARUM erschuf Gott die Welt? Oder warum hat Er die Menschen erschaffen? Wenn wir sagen, dass Gott nur einer der Charaktere in der Tora ist, so macht dies doch in gewisser Weise Sinn – doch genau „dieses Denken“ ist falsch! Gott ist unbegrenzt und es mangelt Ihm an nichts, Er ist die Quelle allen Lebens und erschafft jedes Leben – nicht nur das was ATMEN – kann laufend aus dem Nichts. So hätte Er keine Welt erschaffen müssen – also warum hat Er diese wundervolle Erde und das Universum erschaffen? Ich will versuchen, dies alles mit einer Geschichte zu beantworten:

In Russland lebte ein Mann, nennen wir ihn Herr Geltmann. Dieser war einer der reichsten Männer des ganzen Landes. Mit seinem Vermögen konnte er einfach alles haben! Doch es schien, dass all seine Milliarden ihm jetzt nicht mehr helfen würden, denn Herr Geltmann lag im Sterben. Auf dem Sterbebett war er umgeben von seiner Familie und Freunden, und rang einfach nur nach Luft. Die besten Doktoren und Professoren in Europa und Russland hatten ihn erfolglos behandelt – und jetzt war es nur eine Frage von Minuten bis zu seinem Ableben.

Plötzlich öffnete sich die Tür und sein Schwiegersohn trat ein, begleitet von einem seltsam ausschauenden Mann. „Dies ist der persönliche Doktor des Königs, Herr Professor Zaritzki“, kündigte er besorgt an. „Es war ein Wunder, dass ich ihn fand. Der Doktor reiste gerade durch unsere Stadt. So war es wirklich ein großes Glück, dass ich ihn sah. Zuerst war er abgeneigt, uns zu helfen. Ich musste wirklich sehr stark auf ihn einwirken, doch schließlich stimmte er zu, den Fall zu übernehmen.“

„Es ist sehr ernst“, sagte der Professor besorgt und beugte seinen Patienten nach vorn. „Vielleicht hätte ich vor einem Tag noch etwas tun können, aber jetzt, so ist jedenfalls mein Eindruck, ist jede Hilfe zu spät.“ Er dachte für einen Sekundenbruchteil nach – und machte weiter. „Ich nehme eine große Chance wahr, aber … .“

Er nahm ein Block Papier aus seinem Mantel heraus, kritzelte etwas darauf und gab es einem der Jungen, die im Zimmer standen.
„Hier! Nimm das und lauf so schnell wie du kannst zum Apotheker, jede Sekunde zählt. Lauf!“

Der Junge stürzte aus der Tür und die Stufen hinunter, während der Doktor zum sterbenden Mann zurückkehrte, um nochmals seinen Puls zu überprüfen. Aber, sobald er es tat, stand die Überraschung in sein Gesicht geschrieben. Er lief zum Fenster und rief dem Jungen nach, der gerade das Gebäude verlassen hatte.
„Junger Mann! Komm zurück. Komm sofort zurück!“

Alle Augen waren auf den Professor gerichtet, als er ein neues Rezept schrieb, das vorherige vom Jungen nahm und es wegwarf und ihn erneut dazu aufforderte so schnell wie möglich zu laufen. „Ungewöhnlich“ sagte er zu sich selbst, als der Junge erneut aus der Tür rannte. „Sehr ungewöhnlich.“

Er kehrte erneut zu seinem Patienten zurück, schob eines von dessen Augenlider zurück. Und wieder war er plötzlich sehr erschrocken, rannte erneut zum Fenster und rief den Jungen zurück. „Äußerst bemerkenswert! Er scheint immer besser zu werden mit dem Patienten“, sagte er laut. In der Tat schien es, dass Herr Geltmann ein bisschen leichter atmete.

Der gleiche Vorgang wiederholte sich fünfmal. Jedes Mal wurde ein anderes Rezept ausgestellt, und dann verbesserte sich der Gesundheitszustand des Patienten, noch bevor der Junge die Straße überqueren konnte. Nach einer halben Stunde fragte Herr Geltman tatsächlich nach Wasser, und in weniger als einer Stunde saß er im Bett und trank eine Suppe. „Ich traue meinen Augen nicht“, sagte der Doktor, der sich die Stirn abwischte, offensichtlich in seinen Grundfesten erschüttert. „So etwas habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen! Warum war dieser Mann vor weniger als einer Stunde so gut wie tot?“

„Ich danke ihnen, Herr Doktor, sie haben mein Leben gerettet“, flüsterte Herr Geltman dem Professor zu, „Ich danke ihnen.“ „Ich? Ich rettete ihr Leben? Mein Freund, ich tat nichts! Rein gar nichts! Ich verstehe nicht einmal, was hier geschah. Es ist unglaublich! Ich stand hier und beobachtete gerade ein Wunder. Das kann doch nicht wahr sein! Ich kann es nicht erklären.“ „Ich kann es aber!“, sagte Herr Geltman mit schwacher Stimme, „Es ist der Baal Schem Tov.“ Niemand im Zimmer hatte eine Idee, wovon er sprach. „Vor knapp 10 Jahren wurde mir genau das vorhergesagt. Ich beschloss, einen Mann, der Baal Schem Tov genannt wurde, zu besuchen. Wahrscheinlich hörten sie nie von ihm, aber unter den Juden konnte man überall seinen Namen hören. Einige Leute sagten, dass er ein Wundertäter und ein heiliger Prophet war, andere aber sagten, dass die ganze Sache nur ein großer Schwindel wäre. Also war ich neugierig.“

„Ich reiste in die Stadt Medzibosch, wo er lebte, und am darauffolgenden Tag saß ich mit ihm in seinem Büro allein. Ich versuchte ein ungewöhnliches Zeichen zu bemerken, aber ich muss zugeben, dass ich nicht sonderlich beeindruckt von ihm war. Sicherlich gab es etwas Besonderes in seinen Augen, aber bei Weitem nichts, was einen sonderlichen Enthusiasmus hervorrufen konnte.“ „Was führt dich hierher?“ fragte der Baal Schem Tov. „Ich kam, um ein Wort der Weisheit zu hören“, entgegnete ich in einem freundlichen Ton.

So sah er mich an und sagte: „Erinnere dich daran, dass Gott jedem Doktor einen Engel zur Seite stellt. Ein kleiner Doktor hat einen kleinen Engel und ein großer Doktor hat einen stärkeren Engel. Und dieser Engel ist es, der heilt.“

„Ich wartete einige Sekunden auf ihn, damit er seinen Gedanken weiterführen konnte, aber er tat es nicht. Da wurde ich etwas ärgerlich; ich hatte doch viel Geld und viel Zeit investiert, um dorthin zu reisen, und nun sollte das alles sein, womit ich zurückkehre?! Wegen diesem lächerlichen, unverständlichen Leitsatz habe ich mich auf die lange Reise gemacht?! Entschuldigung, sagte ich, Doktoren? Engel? Was bedeutet dies für mich? Ich bin kein Arzt und ich bin auch nicht krank. Was ist das für eine Weisheit?“

„Aber der Baal Schem Tov sah auf den Boden und hat mir so sagen wollen, dass das Treffen mit dieser Aussage beendet war.“ Von der Enttäuschung gezeichnet verließ ich das Zimmer, reiste nach Hause, und erzählte niemandem davon, aus Furcht davor, Laschon HaRa zu sprechen. Aber ich hatte den Eindruck, dass dieser Mann – um es sanft zu sagen – nicht das war, was er vorgab zu sein. Ich konnte es nicht glauben, dass ich von einem so „weisen“ Mann nicht mehr bekommen hätte, als einen so sinnlosen Leitsatz! Jahre vergingen, zehn Jahre, um genau zu sein. Ich hatte Erfolg im Leben, wurde reich und berühmt, verheiratete alle meine Kinder und vergaß dieses Treffen vollkommen. Dann wurde ich vor einigen Monaten krank. Zuerst dachten die Doktoren, dass es nichts Ernstes war, aber mein Zustand wurde immer schlimmer. Ich zog jedes Mal größeren Experten zu Rate, aber nichts hatte bis zu diesem Zeitpunkt geholfen. Bei ihrem Eintritt hatten sie meinen Zustand gesehen … ich lag schon im Sterben.

Aber nun trat genau dies ein, was ich vor zehn Jahren vom weisen Baal Schem Tov zu hören bekam. Er wollte genau auf diesen Augenblick hinaus, denn er wusste  – wie auch immer – wie ich mich heute fühlen würde. Es war ihr Engel, Herr Doktor, der mich geheilt hat. Tatsächlich ist es ihr Engel, der ALLE eure Patienten geheilt hat. Der Professor war verblüfft. Er fühlte sich wie ein kleines Kind. Er wollte nicht glauben, dass es so ist, aber er konnte die Fakten nicht leugnen.

Er stand für einen Moment in Gedanken versunken und fragte dann, „Sag mir, wo kann ich diesen heiligen Mann treffen?“

Es scheint, dass Professor Zaritzki Jude war, der sich, wie so viele andere zu dieser Zeit, Gott abwendete, um Erfolg im Leben zu haben. Doch nun bekam auch er den Beweis, dass er nur ein Werkzeug für eine größere Kraft war, und er begann sein Leben zu überdenken. Er ging zum Baal Schem Tov um sich davon zu überzeugen – um sich von dem Weg der Tora inspirieren zu lassen! Er erstatte dem Baal Schem Tov nur einen kleinen Besuch ab und kehrte abrupt zu seiner jüdischen Seele – also zu seinem jüdischen Leben – zurück.

Diese Geschichte beantwortet unsere Fragen: Gott erschuf den Menschen als ein Werkzeug – als seinen „Partner“ – um mit Ihm ZUSAMMEN die Welt zu „heilen“, bzw. um die Heiligkeit zu verbreiten. Um den Sinn dieser Welt hundertprozentig zu erfüllen, braucht Gott – sozusagen – den Menschen, genau sowie der Mensch die Weisheit und die Heiligkeit Gottes braucht! Wir haben es in der Hand, das Richtige oder das Falsche zu tun, die Welt zu verändern –  positiv natürlich J!

Wir lernen aus dieser Geschichte, dass wir nicht nur von „Mensch zu Mensch“ helfen müssen, sondern auch dem lieben Gott höchstpersönlich. Wir sind dazu verpflichtet, das Richtige zu tun! Glücklich zu sein! Hilfsbereit zu sein! GUTE Menschen zu sein – und wir dürfen nicht vergessen,warum wir hier auf der Welt sind, und wem wir ALLES zu verdanken haben.

Möge der Liebe Herr uns alle mit viel Glück, Liebe und Lebensfreude beschenken – denn nur das zählt im Leben!

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