Kinder brauchen Verständnis und Liebe

Viele Menschen stimmen dem Gedanken zu, dass Kindererziehung eine Aufgabe mit ganz vielen Komponenten ist.

3 lesezeit

Rabbiner David Kraus

gepostet auf 13.08.2013

 Viele Menschen stimmen dem Gedanken zu, dass Kindererziehung eine Aufgabe mit ganz vielen Komponenten ist. Dabei handelt es sich  um ein besonders empfindliches Gebiet, auf dem man sich sehr einfühlsam bewegen muss! Die meisten Eltern halten Kindererziehung gleichzeitig für leicht und auch für sehr schwer. Doch in Wirklichkeit ist das Kindererziehen viel leichter als man es gemeinhin annehmen würde!  

Einer der wohl mit Abstand größten Fehler den Eltern machen ist, das Verhalten ihrer Kinder allzu persönlich zu nehmen!

Um dies besser zu veranschaulichen, hier ein Beispiel:

Eltern die müde sind wollen in der Regel ihre Ruhe haben oder sich einfach etwas ausruhen. Allerdings verstehen es Kinder – vor allem wenn sie zwischen 4 und 6 Jahre alt sind – nicht, dass ihre Eltern etwas Ruhe haben wollen. Und deshalb verstehen sie auch nicht weshalb es die Eltern stört, wenn sie eine Kissenschlacht beginnen oder wenn sie in der Wohnung einen Westernfilm mit Sheriff und Indianer nachspielen! Bei diesen Spielen handelt es sich ja um völlig normale Kinderaktivitäten. Doch wie dem auch sei, die Kinder hören aus dem Schlafzimmer ihre Eltern das Rufen: „Ruhe! Seid still! Hört endlich auf solchen Lärm zu machen!“ Anschließend ist dann höchstens für zwei Minuten Ruhe! Da die Kinder ja nicht  so schnell umschalten  können, zwischen der Welt des Spiels und der realen Welt, geht nach kurzer Pause das Spektakel weiter. Die kleine Pause legt der Sheriff nun dem Indianer als Fluchtversuch aus, und somit geht die Kissenschlacht durch die gesamte Wohnung  erst so richtig los …
 
Doch dann im Wohnzimmer erliegt der Sheriff dem überlegenen Indianer! Infolgedessen fängt der Sheriff nun zu weinen und zu schreien an, weil er ja schließlich gewinnen wollte, doch dem Indianer interessiert sein Weinen recht wenig! Im Gegenteil – er springt über alle Sofas und auf den Tisch! Voller Freude schreit er seinen Sieg heraus und bedankt sich bei Gott, so wie es in dem Buch steht, das er von seinem Opa zum Geburtstag geschenkt bekam!
 
In der Zwischenzeit verliert die Mutter ihre Nerven und springt wie ein Tiger aus ihrem Bett. Wenn der Vater zu Hause versucht hätte sich auszuruhen, dann hätte er bestimmt den Gürtel mit ins Wohnzimmer genommen – Gott behüte -, um so eine gewisse Ruhe herzustellen. Als die Mutter das Wohnzimmer betritt, schreit sie sofort auf die Kinder ein: „Jedes Mal dasselbe mit euch! Niemals hört ihr auf mich! Ihr seid absolute Egoisten … Ihr führt euch auf wie wilde Hunde … Rabenkinder …!“ Und wie bereits angedeutet, gibt es heutzutage leider Gottes Eltern, die dieser bereits ohnehin schrecklichen Realität noch überbieten, indem sie die Hand gegen ihre Kinder erheben, sie also schlagen  – Gott behüte – ! 
 
Und all dies nur, weil sie eines völlig vergessen haben: Es handelt sich bei ihren Kindern doch nur eben um Kinder! David und Daniel sind nämlich gerade mal 4 und 6 Jahre alt. Selbstverständlich lieben sie ihre Eltern über alles, doch im Augenblick gibt es in ihren Köpfen nur eines: Den Wilden Westen, in dem David den Sheriff und Daniel den Indianer spielt! Die zwei süßen und völlig unschuldigen Kinder lassen einfach nur ihrer kindlichen Begeisterung freien Lauf  und verwandeln in  ihrer Fantasie ihre Umgebung in eine Welt des Abenteuers . Sie verhalten sich dabei völlig normal und ohne jegliche Absicht ihre Eltern stören oder in den Wahnsinn treiben zu wollen. Daher ist das Ausmaß des Schadens, den die zwei Kinder durch das Gebrüll und das Bloßstellen ihrer Eltern erleiden müssen, ziemlich groß!
 
Sehr oft werde ich von Eltern gefragt, wie sie mit ihrem überaktiven Sohn fertig werden sollen. Dann sage ich ihnen: „Begegnet eurem Kind niemals mit Stress oder  Druck!! Dabei spielt es auch überhaupt keine Rolle, wie schrecklich euer Tag bisher verlief. – Oder erwartet ihr etwa, das eurer 7-jähriger Sohn Verständnis für eure Erlebnisse aufbringen kann!? Wenn ihr dis doch erwartet, dann handelt ihr völlig egoistisch. Ihr erwartet von eurem kleinen Kind, es solle euch verstehen. – Damit  wollt ihr nicht wahrhaben, dass es immer und zu jeder Zeit – also ausnahmslos –  eurer Pflicht ist, Verständnis für eure Kinder aufzubringen!“ ..
 

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