Richtiger Blickwinkel & alles wird gut

Jeder kennt sicher das Beispiel mit dem halbvollen Glas. Ein Glas, das zur Hälfte mit Wasser gefüllt ist. Das Glas symbolisiert unser Leben und das Wasser ...

3 lesezeit

Boris Abramov

gepostet auf 13.12.2013

Jeder kennt sicher das Beispiel mit dem halbvollen Glas. Ein Glas, das zur Hälfte mit Wasser gefüllt ist. Das Glas symbolisiert unser Leben und das Wasser, das sich darin befindet, stellt unseren Besitz dar. Ein Mensch kann sich in seinem Leben nur für einen der beiden Dinge entscheiden: entweder man erkennt seinen Besitz – also das Wasser im Glas – oder man sieht nur auf die zweite Hälfte – nämlich auf das, was einem im Leben fehlt. Unsere Aufgabe ist es, darauf zu achten, was sich in unserem Glas befindet. Wenn ein Mensch unzufrieden mit seinem Leben ist, bedeutet dies, dass man seinen Blick auf den fehlenden Teil im Glas ausrichtet. Es kommt nicht drauf an, wie voll das Glas ist, sondern auf die richtige Sichtweise. Jeder hat daher die freie Wahl zu entscheiden, aus welcher Perspektive er es betrachtet. Wenn man sich nur auf das, was einem fehlt, konzentriert, wird man sich mit dem, was man besitzt, nie für glücklich schätzen können. Egal wie viel Reichtum diese Person auch besitzen mag, nicht wirklich wird sie dankbar auf das schauen können, was sie bereits besitzt.

Das folgende Beispiel erläutert es uns näher: Haman war der Minister des Königs, der sehr hoch angesehen und Vater von 208 Kindern war. Er besaß das Maximum an Hab und Gut, was man im Leben nur haben konnte. Immer wenn er auf seinem Pferd angeritten kam, verneigten sich die Menschen vor ihm – außer einem Juden namens Mordechai. Da Haman leider alles aus der falschen Sichtweise in seinem Leben betrachtete, sagte er, dass alles, was er besitze, nichts wert ist – und das nur, weil ein Jude sich vor ihm nicht verbeugte.

Was können wir hier erkennen? Einer der schlechtesten Eigenschaften, die man nur haben kann, ist die Undankbarkeit. Deshalb war Haman unglücklich und unzufrieden mit sich und seinem Leben. Diese schlechte Eigenschaft muss jeder aus sich entfernen. Wir sehen also, dass er – nur weil er seinen Blick auf das Fehlende ausrichtete – trotz seines großen Reichtums völlig gleichgültig war und sich an seinem Besitz nicht erfreuen konnte, obwohl er das Beste vom Besten in seinem Leben hatte, was sich sonst kein anderer Mensch leisten konnte. Folglich muss jeder von uns daran arbeiten, auf den vollen Anteil im Glas zu sehen. Das ist die absolut richtige Sichtweise.

Wir können nicht die Besten sein, weil es immer jemanden geben wird, der besser ist als wir und wenn wir uns immer darauf fixieren, was uns im Leben alles fehlt, werden wir kein vollkommenes Glück erlangen können. Denn wirklich glücklich ist man mit dem, was man hat. Da man sich schon mit dem Wenigsten zufrieden gibt, kann man auch mehr erhalten.

Hierfür ein kurzes Beispiel: Ein Vater geht mit seinen zwei Söhnen in einen Süßwarenladen. Der eine Sohn bekommt ein Bonbon, verlangt noch weitere und macht ein unzufriedenes Gesicht, als ob sein Vater ihm noch etwas schuldig sei. Der andere Sohn bekommt ein Bonbon und bedankt sich herzlich bei seinem Vater mit einem süßen Lächeln. Welchem Sohn würde also der Vater noch ein Bonbon geben?

Schlussfolgernd bedeutet dies, dass wir aufhören müssen, über das zu klagen, was wir nicht besitzen und unsere Augen darauf ausrichten, was uns unser lieber und gütiger Vater im Himmel schenkt. Wenn wir uns für all das bedanken, was wir besitzen, so wird uns der Vater im Himmel noch mehr an Gut zukommen lassen.

Eine wesentliche Formel im Leben ist, immer glücklich zu sein:

 

  • Sieh nur die guten Seiten in dir.
  • Sieh nur das Gute in deinen Mitmenschen.
  • Sieh nur das Gute in jeder Situation.
  • Nimm alles, was in deinem Leben passiert, mit Glauben und Liebe an.
  • Höre und erkenne, was dir der Vater im Himmel damit sagen will.
  • Verändere dein Leben, in dem du deine Sichtweise änderst.

 

So verwandelst du dein Leben in ein sehr glückliches und zufriedenes Leben. Halten wir also das Gesagte mit den Worten Rabbi Nachmans fest: Es ist eine sehr große Mitzwa, immer glücklich zu sein …

 

 

 

Überarbeitet von Rabbiner David Kraus. David Kraus (M.A in Psychologie und Integrativer Psychotherapie | Dipl. Paar- und Familientherapeut | Dipl. Pädagogischer Elternberater) ist Oberrabbiner der Jüdisch-Chassidischen Kultusgemeinde Breslev Deutschland / Israel mit Sitz in Hanau. David Kraus finden Sie bei Facebook.

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