Sieben Pflichten an Purim

Es gibt etliche halachische Fragen zu Purim. Deshalb hier in Kurzform stichpunktartig alles, auf was es vor allem ankommt, auch für Nichtjuden!

2 lesezeit

Rabbiner David Kraus

gepostet auf 15.03.2015

Es gibt etliche halachische Fragen zu Purim. Deshalb hier in Kurzform stichpunktartig alles, auf was es vor allem ankommt:

 

1.

Vollständige Lesung des Buches Ester (Megillat Ester). Kein Wort darf man verpassen, deshalb Haman mit Ratschen klappert, rasselt oder sonst Geräusche macht („Haman-Klopfen“, Klopfen auf das Pult, zum Teil mit besonderen Hämmerchen), eine Pause einlegen, bis sich der Lärm gelegt hat.

 

2.

Geschenksendungen an den Nächsten oder Freunde („Mischloach Manot“ oder „Schlachmones“). Minimum ist dabei eine Sendung, die mindestens aus zwei verschiedenen Speisen besteht. Die Sendung muss am Feiertag selbst geschickt werden, nicht am Vorabend. Juden schicken also zu Purim essbare Geschenke, genannt Mischloach Manot, auch Schlachmones, zu Freunden. Sie bestehen klassischerweise aus zwei Portionen, einer Mehlspeise und einer aus Obst. Auch Haman-Figürchen aus Ingwerteig und Hamantaschen (sephardisch = Hamanohren) werden verschenkt. Ursprünglich wurden dazu prunkvolle Behälter verwendet, heute nimmt man eigens dafür gebastelte oder gekaufte Schachteln oder Taschen. Das jiddische Wort Schlachmones kommt vom Hebräischen „משלוח מנות“ und bedeutet wörtlich soviel wie "Portionen schicken". In der Regel sind die Kinder die Überbringer für die Schlachmones. In Israel werden Schlachmones auch an die Soldaten der israelischen Armee geschickt.

 

3.

Geschenke für die Armen, „Matanot Laewjonim“. Minimum sind zwei Geschenke an zwei Arme, d. h. ein Geschenk pro Person. Üblich und erwünscht sind Geldspenden.

 

4.

Lesen der Tora.

 

5.

Sagen des „Über die Wunder“ beim Gebet und beim Tischgebet aufsagen.

 

6.

Festmahlzeiten und Freude, „Seudat Purim“: Purim ist ein Tag, den Juden mit Essen und Trinken feiern. Im Zusammenhang muss man auch (viel) Wein trinken. Und dazu sagten die jüdischen Gelehrten: „Jeder muss so viel Wein trinken, bis er nicht mehr unterscheiden kann zwischen ‚Verflucht sei Haman‘ und ‚Gelobt sei Mordechai‘“ – möglichst viele "l’Chaims" (Trinkspruch „Auf's Leben!“) trinken und „Haman-Taschen“ essen.

 

7.

Verbot von Trauerreden und Fasten.

                              

Am Purim-Fest sollten auch Nichtjuden eine festliche Mahlzeit zelebrieren, als Zeichen des Dankes, wobei man sich beim Schöpfer dafür bedankt, dass es der Grausamkeit nicht gelungen ist, das Volk, welches den Glauben an den Schöpfer in der Welt verbreitet, zu vernichten. Außerdem können sich Freunde gegenseitig essbare Geschenke machen (Mischloach Manot) und auch Werke der Nächstenliebe tun: Geschenke den Armen geben (Matanot Laewjonim).

 

 

David Kraus (M.A in Psychologie und Integrativer Psychotherapie | Dipl. Paar- und Familientherapeut | Dipl. Pädagogischer Elternberater) ist Oberrabbiner der Jüdisch-Chassidischen Kultusgemeinde Breslev Deutschland / Israel mit Sitz in Hanau. David Kraus finden Sie bei Facebook.

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1. alexander Pfersdorff

3/04/2015

Purim-Fest

Das sind aber sehr schöne "Pflichten" am PURIM-Fest ....

2. alexander Pfersdorff

3/04/2015

Das sind aber sehr schöne "Pflichten" am PURIM-Fest ....

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