Menschlichkeit – unbezahlbar wertvoll

Menschen sind soziale Wesen, was bedeutet, alles im Leben ist ein Teamwork.

3 Min.

Rabbiner David Kraus

gepostet auf 14.04.19

Heute nehme ich euch mit nach Madrid! Es ist Sommer, im Jahr 2000. Florentino Perez, Präsident von Real Madrid, gab seine Galáctico-Superstar-Strategie bekannt.

 

Er verkaufte das legendäre Club-Trainingsstadion für rund 480 Millionen Euro. Durch diese Aktion war Real seine Schulden los und hatte auch wieder richtig Geld in der Kasse. Perez ging damit auf dem Spielermarkt shoppen. Mit einer aggressiven Kaufkampagne holte er sich die größten Stars nach Madrid, bezahlte die verrücktesten Preise. Im Jahr 2000 ging es los mit Luis Figo für 62 Millionen Euro. 2001 ging es weiter mit Zinedine Zidane für 77,5 Millionen Euro. 2002 holte er den brasilianischen Ronaldo für 46 Millionen Euro und 2003 David Beckham für 37 Millionen Euro.

 

Real war auch ohne diese Stars keine No Name Truppe, Roberto Carlos, Raul Fernando Hierro und und und …

 

Die Idee von Perez war klar: auf dem Spielfeld gewinnt das Team mit den besten Spielern, und zwar immer. Auf der wirtschaftlichen Bühne bringen die Stars dem Club viel Geld durch Werbeeinnahmen, Fernsehrechte, Merchandising von Trikots usw.

 

Es schien, er habe alles richtig gemacht, selbstbewusst sagte er: „Niemand interessiert sich dafür, dass der Mittelfeldspieler rechts außen ein tolles taktisches Spiel gespielt hat – das Publikum möchte, dass ihre Stars Tore schießen.“

 

Tatsächlichen folgten drei glorreiche Jahre, Real holte sich einen Titel nach dem anderen. Perez konnte seinen Status unglaublich stärken.

 

Einer der Höhepunkte war das beeindruckende Tor von Zinedine Zidane, wo er den Ball volley unhaltbar im Tor-Eck einloggte. 2001 und 2002 wurde Real aufeinanderfolgender Champions League Meister, der prestigeträchtigste Titel im Fußball war in Madrid.

 

Real Madrid wurde schnell zur reichsten Mannschaft der Welt.
 

Doch dann begannen die Probleme. Nach drei Jahren kam Real plötzlich ins Schleudern. Das Dream-Team hörte auf, Meisterschaften zu gewinnen. Schuld waren natürlich die Trainer, ein Rauswurf folgte dem nächsten. Alle Trainer gaben zu, dass Perez sie dazu zwang, dass Spiel mit den Top 11 zu starten – unabhängig von ihrer Spielfähigkeit oder Taktik, denn „das Publikum will das sehen“.

 

Während das Team weiter fleißig Stars kaufte, weigerte sich Perez die Defensive seiner Truppe zu verstärken. Außer Sergio Ramos, den er für 27 Millionen Euro nach Madrid holte, weigerte er sich, weitere defensiv Asse zu kaufen. Die Folge war das Wehklagen, es gäbe im Kader zu wenig Spieler, die länger bereit seien, die Drecksarbeit für die Stars zu erledigen – jene Arbeit, bei der ein Spieler sehr hart um jeden Ball kämpfen muss, den Ball in der Defensive zu schützen.

 

Das Madrider Dream-Team voller Stars führte Perez schlussendlich zum Ende seiner Amtszeit als Club-Präsident und endete mit den peinlichen Wechsel Beckhams in die amerikanische MLS-Liga.

 

Die Schlussfolgerung war: es ist unmöglich, zu viele Diven an einen Ort zu platzieren.

 

Tatsächlich gibt es ein empfindliches Gleichgewicht zwischen Talenten, Superstars und jene, die die Drecksarbeit machen.

 

Menschen sind soziale Wesen, was bedeutet, alles im Leben ist ein Teamwork: bei dir zu Hause mit Mann/Frau/Eltern/Kind, in der Arbeit oder unterwegs mit Freunden und Gott. Und damit dieses Teamwork auch wirklich funktioniert, erfordert es ein empathisches Verständnis für die Vielfalt von Ideen und Meinungen, herzliche Sensibilität und ein aktives Zuhören.

 

Also, was ist meine Empfehlung?

 

Wenn du deine Teamarbeit, was bedeutet, den Umgang und die Zeit mit anderen Menschen, verbessern willst, dann behandle die Leute um dich herum einfach nur so, als ob sie Menschen wären!

 

Ja, Menschen – keine Stars oder Loser, sondern einfach nur suchende Menschen. Weißt du, Menschen sind ständig auf der Suche. Menschen suchen nach Sicherheit, nach Nähe, nach Wertschätzung, nach Anerkennung.

 

Wir alle sind für die Liebe geboren – sei menschlich, zeig Herz! Nimm dir Zeit für die Menschen, die dir wichtig sind – Menschen, die du liebst!

 

 

David Kraus (M.A in Psychologie und Integrativer Psychotherapie | Dipl. Paar- und Familientherapeut | Dipl. Pädagogischer Elternberater) ist Oberrabbiner der Jüdisch-Chassidischen Kultusgemeinde Breslev Deutschland / Israel mit Sitz in Hanau. David Kraus finden Sie bei Facebook.

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