Rabbi Nachman zu Pessach

wie er sich im Hinblick auf eine äußerst strenge Einhaltung von allen mit Pessach verbundenen Tora Geboten und Traditionen verhalten solle.

3 Min.

Breslev Israel Redaktion

gepostet auf 02.04.20

Aus dem Buch „Sichot Haran 235“
 

Rabbi Nachman warnt uns davor, in irgendeiner Weise zu streng zu sein. Er zitiert den Talmud: „G-tt regiert nicht mit Tyrannei über seine Geschöpfe“ (Avodah Zarah 3a) und „Die Tora wurde nicht an Engeln gegeben“ (Brachot 25b). 

„Selbst mit einer bestimmten Art von Einhaltung der Geboten und Tradition solltest du nicht ungewöhnlich streng bis zur Dummheit sein. Laß dich auf keinen Fall deprimieren. Halte einfach alle Einzelheiten ohne Fanatismus ein.“
 
„Halte ein Gebot streng ein, aber andere müssen überhaupt nicht mit unnötiger Strenge eingehalten werden. Es würde ausreichen, wenn wir es wert wären, alle Geboten der Tora gemäß dem Gesetz zu halten, ohne es zu übertreiben.“
 
Rabbi Nachman war auch sehr gegen alle besonderen strengen Traditionen, die auf Pessach eingehalten werden. Viele Menschen gingen so weit und beachteten so viele kleine Einzelheiten, daß sie durch die Pessach-Feiertage total deprimiert wurden. Er sprach ausführlich darüber. Einer seiner Chassidim fragte ihn einmal, wie er sich im Hinblick auf eine äußerst strenge Einhaltung verhalten solle. Rabbi Nachman machte einen Witz daraus.

Rabbi Nachman beschäftigte sich oft mit solchen Fragen und sprach ziemlich oft darüber. Er sagte, daß diese extrem strengen Einhaltungen von Pessach-Geboten und -Traditionen nichts anderes als verwirrte Dummheit sind. Er erzählte uns, daß er früher ebenfalls auch in diese Sache verwickelt war und viel Zeit damit verschwenden würde, sich alle möglichen unnötigen Einschränkungen auszudenken. Einmal machte er sich Sorgen um das Trinkwasser, das während Pessach verwendet wurde. Er befürchtete, daß eine kleine Menge vom während der Pessach-Feiertage verbotenen Sauerteig in den Brunnen gefallen sein könnte, aus dem man Wasser schöpfte. Die einzige Alternative wäre, Trinkwasser für die gesamte Pessach-Woche vorzubereiten (wie manche Juden es im Voraus machten). Das war aber auch nicht gut genug, denn das Wasser musste vom Tag vor Pessach sorgfältig vor Sauerteig geschützt werden, was allerdings auch extrem schwierig war.

Rabbi Nachman kam schließlich zu dem Schluß, daß die beste Lösung wäre, das Wasser aus einer fließenden Quelle zu ziehen, sobald es aus dem Boden austritt. Nur so konnte er dann vollkommen frisches Wasser erhalten, ohne daß es mit Sauerteig  kontaminiert werden konnte. Das Problem war, daß die einzige Quelle in der Gegend sehr weit von seinem Wohnort entfernt war. Er dachte daran, zu dieser Quelle hinzureisen und die Pessach Feiertage dort zu verbringen.

Dies ist ein Beispiel dafür, wie tief Rabbi Nachman in solch eine strenge Einhaltung damals verwickelt war. Aber jetzt machte er sich darüber lustig und lehrte, daß so eine extrem strenge Einhaltung der Geboten und Traditionen auf Pesach eigentlich unnötig ist.

Als Rabbi Nachman darüber sprach, fuhr er fort: „Wahre Hingabe zu Haschem besteht hauptsächlich aus Einfachheit und Ehrlichkeit. Bete viel, studiere viel Tora, tue viele gute Taten, mache dir keine Sorgen mit unnötigen Einschränkungen. Folge einfach dem Weg unserer Vorfahren. Die Tora wurde nicht an Engeln gegeben.“  

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Der Monat Nissan verkörpert das Konzept von „Tikun Habrit“ (unseren Heiligen Bund mit Haschem zu schützen und verstärken). Wenn du fröhlich bist, kannst du das ganze jüdische Jahr mit dem Geist von Nissan, mit seiner großartigen Freude und Heiligkeit tief einprägen. So kannst du den „Brit“, d.h. den Heiligen Bund wieder verstärken  (Likutey Moharan II, 5:10).  
 
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Die Hagada, die wir bei dem Pessach Seder rezitieren, ist ein Tikun (Aufbesserung) für den Heiligen Bund. Der Grund, warum ihren Inhalt laut rezitiert wird, ist, daß unsere Stimme das Konzept von „Daat“, d.h. der Erkenntnis von Haschem, weckt. Indem wir die Hagada laut rezitieren, können wir eine Offenbarung vom wahren „Daat“ erfahren. „Daat“ ist selbst die Essenz der Erlösung, weil der Mißbrauch des Heiligen Bundes zu dem Exil in Ägypten führte. Dieser Mißbrauch verursachte die Verzerrung von „Daat“. Der Wein der vier Becher, die wir bei dem Seder von Pessach trinken, ist auch ein Tikkun für „Daat“ und für den „Brit“, den Heiligen Bund (Likutey Moharan I, 20:10).  

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„Wenn du während der Pessach Feiertage betest, solltest du laut schreien.“
 
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