Erziehung mit Liebe

Viele Menschen stimmen dem Gedanken zu, dass Kindererziehung aus einem Aufgabenfeld mit unendlichen vielen Komponenten besteht. Doch praktisch handelt es sich hierbei auch …

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Rabbiner Shalom Arush

gepostet auf 09.10.2009

Viele Menschen stimmen dem Gedanken zu, dass Kindererziehung aus einem Aufgabenfeld mit unendlichen vielen Komponenten besteht. Dabei handelt es sich hierbei allerdings um ein besonders empfindliches Gebiet, bei dem man sehr einfühlsam vorgehen muss! Die meisten Eltern halten Kindererziehung sowohl für leicht als auch für sehr schwer. Doch in Wahrheit ist das Kindererziehen viel leichter als man denkt! 

 

Einer der wohl mit Abstand größten Fehler, den Eltern machen, ist, das Verhalten ihrer Kinder persönlich zu nehmen!
 
Um dies besser zu veranschaulichen, hier ein Beispiel:
 
Eltern die müde sind, wollen in der Regel ihre Ruhe haben oder sich etwas ausruhen. Allerdings verstehen Kinder – vor allem wenn sie zwischen 4 und 6 Jahre alt sind – nicht, dass ihre Eltern ihre Ruhe haben wollen. Und deshalb verstehen sie auch nicht, weshalb es die Eltern stört, wenn sie eine Kissenschlacht beginnen oder sie in der Wohnung einen Westernfilm mit Scheriff und Indianer nachspielen! Bei diesen Spielen handelt es sich um völlig normale Kinderaktivitäten. Doch wie dem auch sei, die Kinder hören aus dem Schlafzimmer ihre Eltern schreien: „Ruhe! Seid still! Hört endlich auf, Lärm zu machen!“ Anschließend ist dann höchstens für zwei Minuten Ruhe! Da die Kinder ja nicht vergessen können, dass sie sich – in ihrer kindlichen Gedankenwelt – im Wilden Westen befinden! Die Pause legt der Scheriff nun dem Indianer als Fluchtversuch aus, und somit geht die Kissenschlacht über die gesamte Wohnung hindurch erst richtig los …
 
Doch im Wohnzimmer erliegt der Scheriff dem überlegenen Indianer! Infolgedessen fängt der Scheriff nun zu weinen und zu schreien an, weil er ja schließlich gewinnen wollte, doch dem Indianer interessiert sein Weinen recht wenig! Im Gegenteil – er springt über alle Sofas und auf den Tisch! Voller Freude schreit er seinen Sieg heraus und bedankt sich bei Gott – so wie es in dem Buch steht, das er von seinem Opa zum Geburtstag geschenkt bekam!
 
In der Zwischenzeit verliert die Mama ihre Nerven und springt wie ein Tiger aus ihrem Bett. Wenn der Vater zu Hause versucht hätte, sich auszuruhen, dann hätte er bestimmt den Gürtel mit ins Wohnzimmer genommen – Gott behüte -, um so eine gewisse Ruhe herzustellen. Als die Mutter das Wohnzimmer betritt, schreit sie sofort auf die Kinder ein: „Jedes Mal dasselbe mit euch! Niemals hört ihr auf mich! Ihr seid absolute Egoisten … Ihr führt euch auf wie lausige Hunde … Rabenkinder …!“ Und wie bereits angedeutet, gibt es heutzutage leider Gottes Eltern, die dieser bereits schrecklichen Realität noch eins drauf setzen, indem sie die Hand über ihre Kinder erheben, sie also schlagen oder watschen – Gott behüte – ! 
 
Und all dies nur, weil sie eines völlig vergessen haben: Es handelt sich bei ihren Kindern doch um Kinder! David und Daniel sind nämlich gerade mal 4 und 6 Jahre alt. Selbstverständlich lieben sie ihre Eltern über alles, doch nun gibt es in ihrem Kopf nur eines: Der Wilde Westen, in dem David den Scheriff und Daniel den Indianer spielt! Die zwei süßen und völlig unschuldigen Kinder wollen einfach nur ihrem Kindlichsein freien Lauf lassen, indem sie versuchen, ihre Fantasien in ein Spiel zu verwandeln. Sie verhalten sich dabei völlig normal und ohne jegliche Absicht, ihre Eltern stören oder in den Wahnsinn treiben zu wollen. Daher ist das Ausmaß des Schadens, den die zwei Kinder durch das Gebrüll und die Bloßstellerei ihrer Eltern erleiden müssen, unbeschreiblich groß!
 
Sehr oft werde ich von Eltern gefragt, wie sie mit ihrem überaktiven Sohn fertig werden sollen. Dann sage ich ihnen: „Entgegnet eurem Kind niemals im Stress oder unter Druck!! Dabei spielt es auch überhaupt keine Rolle, wie schrecklich euer Tag bisher verlief. – Oder erwartet ihr etwa, das eurer 7-jähriger Sohn Verständnis für eure Erlebnisse aufbringen kann!? Wenn ja, dann handelt sich bei euch um völlig egoistische Eltern. Ihr erwartet von eurem kleinen Kind, es solle euch verstehen. – Doch umgekehrt wollt ihr nicht wahrhaben, dass es immer und zu jeder Zeit – also ausnahmslos – in eurer Pflicht steht, Verständnis für eure Kinder aufzubringen!“ …

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