Sieben Säulen des Glaubens

Vor dem 2. Weltkrieg fesselte er tausende Menschen in Polen. Er wurde in den frühen 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in einem NS-Konzentrationslager ermordet.

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Rabbiner Jizchak Breiter

gepostet auf 11.03.2011

Vertraue dem Ewigen! So schaffe gut, bewohne das Land und weide sicher; verwöhne dich beim Ewigen er gibt dir deines Herzens Wünsche. (Psalm 37, Vers 3)
 

Rabbi Jizchak Breiter wurde im Jahre 1886 in Polen geboren. Er war einer der führenden Breslever Chassidim seiner Zeit. Durch seine starke Hingabe zu Avodat HaShem, übte er eine magnetische Wirkung auf die Menschen aus, er war ein äußerst begabter Redner.

Vor dem Zweiten Weltkrieg fesselte er tausende Breslever Chassidim in Polen. Er wurde in den frühen 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in einem NS-Konzentrationslager ermordet. Der folgende Text ist eine Übersetzung aus einem schönen kleinen Buch: „Die sieben Säulen des Glaubens“, das Rabbi Breiter verfasst hatte und in dem er einige der Lehren Rabbi Nachmans zusammenfasste.
 

1. Gott steuert alles
 
Alles im gesamten Universum ist unter der Führung Gottes. Dies umfasst alles, das dir persönlich geschieht, sowohl spirituell wie materiell, einschließlich alles was du selbst tust, sei es bewusst oder unwissentlich, willentlich oder aus Zwang: alles geht von Gott aus. Auch wenn der Anschein dagegenspricht, so richtet der Gläubige die Aufmerksamkeit nicht auf die äußere Erscheinung dieser Welt, sondern auf die zugrunde liegende Wahrheit.
 

2. Freiheit
 
Alles was wir tun ist letztlich durch Gott gesteuert, obwohl uns dies durch unser Ego verborgen bleibt, das uns glauben machen will, wir wären getrennt und unabhängig. Wir sind so erschaffen, um uns einen freien Willen zu schenken. Auf diese Weise können wir uns Gott aus unserer eigenen Willenskraft zuwenden und entdecken, dass Gott alle Dinge steuert, einschließlich unserer eigenen Gedanken, Gefühle und Handlungen.
 

3. Handlung
 
Auch wenn alle Dinge in den spirituellen und materiellen Welten in den Händen Gottes liegen, sollen wir mit unserem Tun nicht auf Gott warten. Das Universum ist so eingerichtet, dass wir in vielen Bereichen Handlungsfreiheit haben. Wenn wir agieren, um unseren Lebensunterhalt zu bestreiten oder irgendwelchen Bedürfnissen nachzukommen, müssen wir verstehen, dass es zwar an uns liegt, die Initiative zu ergreifen, zu handeln als ob alles in unseren Händen läge, während jedoch in Wirklichkeit letztlich alles von Gott abhängt. Was auch immer wir glauben tun zu müssen, ob in unserem spirituellen oder materiellen Leben, unser erster Schritt sollte immer sein, Gott darum zu bitten uns zu führen und unsere Bemühungen mit Erfolg zu segnen.
 

4. Rückschläge
 
Wenn es so erscheint, als gingen die Dinge schlecht für uns aus, müssen wir akzeptieren, dass dies Gottes Wille ist, und dass alles was geschieht zum Besten ist. Selbst wenn etwas wegen unserer Gedanken, Worte oder Taten misslingt, müssen wir akzeptieren, dass auch dies von Gott kommt. Andere Personen sind ebenso frei Handelnde, auch wenn ihr gesamtes Tun letztlich von Gott gesteuert ist. Wenn dich jemand beleidigt oder dir in irgendeiner Weise schadet, wisse, dies wurde von Gott gesendet, um deine Seele zu reinigen. Wenn die Dinge gegen dich zu laufen scheinen, sei geduldig. Wenn du alles als Wille Gottes akzeptieren kannst, bewirkt dies, dass sich der Schleier der Verborgenheit entfernt, und damit manifestiert sich Gottes Führung über die ganze Schöpfung.
 

5. Wachstum
 
Dein spirituelles Wachstum obliegt ebenso Gottes Kontrolle. Selbst wenn du den Wunsch spürst, in einem bestimmten Bereich wachsen zu wollen, solange du nicht bereit bist, zu erhalten was du wünschst, werden die Dinge so angeordnet sein, dich zurückzuhalten – entweder durch äußere Hindernisse oder durch irgendeine Idee, die in deinen Kopf implantiert wird, um das Erreichen deines Zieles zu verhindern. Dies bedeutet nicht, dass Gott dich zurückweist. Er weiß, dass auf lange Sicht gesehen, dies der beste Weg ist, dich zum ultimativen Guten zu führen. Der Sinn und Zweck dieser Zurückhaltung ist dich anzutreiben, damit du aufschreist und zu Gott betest, dir zu helfen, dich von deinem momentanen Niveau zu erheben und dich deinem wahren Ziel näher zu bringen.
 

6. Offenbarung und Führung
 
Da Gott überall ist und in allen Dingen weilt, ist alles Erleben eine Botschaft von Gott. Dazu gehören unsere Gedanken und Gefühle. Sogar negatives Denken und Fühlen – Schwermut, Mangel an Begeisterung, Depressionen und dergleichen – kommen von Gott. Alles, was du hörst, siehst oder im Leben erfährst, sei es von Menschen die du kennst oder von völlig Fremden, ist ein Ruf Gottes an dich. Auch unklare oder widersprüchliche Botschaften werden aus einem bestimmten Grunde gesendet: um uns eine Wahl, also den freien Willen, zu geben, um uns damit zu testen. Die Art und Weise die Botschaften auszusortieren, der wir folgen bzw. die wir ignorieren sollten, geschieht im Lichte der Torah-Lehre.
 

7. Der Weise Mensch – Zaddik
 
Der Glaube an Gott bedeutet auch, dass Er die Zaddikim in diese Welt schickt, die uns lehren, wie man unseren armseligen Zustand transzendieren kann, und wie wir unser spirituelles Ziel erreichen können. Wir müssen nicht nur akzeptieren, dass Gott unserem Lehrer Moses die Tora auf dem Sinai gab; sondern wir müssen auch anerkennen, dass Gott in jedem Zeitalter weise Menschen sendet, um uns aus unserem Exil zu erlösen und uns den wahren Weg des Lebens zu lehren.

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