Diebstahl

Die Grundregel heißt hier: Verbot des Diebstahls. Dieses Gebot umfasst jegliches Verletzen der Rechte des Nächsten. Diebstahl zerstört die Gesellschaft.

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Rabbiner Shalom Arush

gepostet auf 13.03.2013

Die Bedeutung der Rechte des Menschen
 
Die Grundregel heißt hier: Verbot des Diebstahls.
 
Dieses Gebot umfasst jegliches Verletzen der Rechte des Nächsten. Diebstahl zerstört die Gesellschaft. Die Weisen sagen im Midrasch: „Der Sünden ist ein volles Maß, doch am meisten von allen ist der Diebstahl zu beklagen – dafür wurde die Sintflutgeneration bestraft.“ (Leviticus Rabba 33) Die Rabbinen beschäftigten sich mit dem Unterschied zwischen der Strafe, die die Generation der Flut traf, und der Strafe für die Generation des babylonischen Turmbaus; obgleich Letztere Gott entthronen wollten, sind sie dennoch nicht mit der Zerstörung der Welt bestraft worden. „Daher heißt ihr Name Babel, weil der Herr daselbst verwirrt hat aller Länder Sprache und sie von dort zerstreut hat in alle Länder“ (1. Mose 11, 9). Raschis Kommentar zu dieser Stelle lautet: „Was war schlimmer, das Vergehen der Generation der Flut oder das der Generation der Völkerzertrennung? Hat Letztere nicht die Hand gegen Gott ausgestreckt, um ihn zu bekämpfen? Jene Ersten sind von der Welt gespült worden, diese aber erlebten keine Ausrottung. Die Leute aus der Generation der Flut waren Diebe und streitsüchtig, darum sind sie ausgerottet worden. Sie haderten miteinander, während jene liebend und freundschaftlich miteinander umgingen, wie geschrieben steht: „Es hatte aber alle Welt einerlei Zunge und Sprache (1. Mose 11, 1). In dem Maß wie das Wortgefecht gehasst wird, kann der Friede wachsen.“ So ist es dem Menschen aufgetragen, sich in seinem Handeln Recht und Billigkeit gegenüber dem Mitmenschen angelegen sein zu lassen.
 
Dies bezieht sich auch auf die Geschäftsgebaren, wie Hiob von sich bezeugt: „Ist mein Gang etwa vom Wege gewichen und mein Herz meinen Augen nachgefolgt und blieb etwas hängen an meinen Händen?“ (Hiob 31, 7). Rabbi Mosche Luzzato legt dies dahin gehend aus: „Obwohl wir sehen, dass die meisten Leute sich nicht in offensichtlicher Weise Fremdes aneignen und sich nicht für alle sichtbar am Geld ihres Nächsten vergreifen und in ihre eigene Tasche strecken, so finden doch viele Menschen Gefallen daran, in Geschäften ihren Vorteil zu suchen und auf diese Weise am Verlust des anderen zu verdienen. Und dabei sagen sie: „Ist das Verdienen denn nicht erlaubt?“ Doch die Tora hat durch viele Verbote Übergriffe auf das Recht des anderen und sein Geld untersagt. Nicht allein klar zutage tretende Vergehen wie Diebstahl und Nichtzahlung von Lohn sind verboten, sondern bereits alles, was man sich irgendwie zuschustert und aneignet, fällt unter das Verbot.“ (Mosche Chaim Luzzato, Pfad der Aufrechten, Kap. 11)
 
Hiob bezeichnet diesen nicht offensichtlichen Raub sehr schön als das, was an der Hand des Menschen sozusagen haften bleibt. Mag der Mensch auch von Anfang an nicht darauf aus sein, eine bestimmte Sache an sich zu ziehen und das ganze auf sich beruhen zu lassen, so findet sie sich schließlich doch in seiner Hand, und es fällt ihm schwer, sie wieder loszulassen. Darum herrsche das Herz über die Augen, um nicht zuzulassen, dass diese an fremdem Eigentum Gefallen finden; die Augen suchen das Herz zu dem zu verführen, was ihnen schön und begehrenswert erscheint.
 
Ein Idealbild eines solchen Menschen, der das Gut anderer achtete, war nach Meinung der Weisen Henoch, ein Gerechter aus den Nationen. Er war Schuhmacher und nähte Stiefel, und über jeder Naht sprach er den Segen: „Gepriesen sei der herrliche Name SEINER Herrschaft auf ewig, dass durch sie Einigung und Verbindung sei für alle Zeiten.“ Nach der Auslegung dieser Worte durch Rabbi Israel aus Salant prüfte Henoch jeden Faden und jede Naht, dass sie ordentlich verarbeitet seien, ging sorgfältig mit dem Geld anderer um. Solche Einigungen und Verbindungen, die Henoch hervorbrachte, seien von allerhöchstem Rang gewesen.

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