Du bist ein Wunder!

„Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist“. Es ist ein Zitat von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten Israels.

4 Min.
Wunder

Rabbiner David Kraus

gepostet auf 21.12.14

“Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.”

Es ist ein Zitat von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten Israels. Dieser Ausspruch ist inzwischen zu einem geflügelten Wort geworden. Vielleicht, weil es zwei Dinge zusammen bindet, die eigentlich kaum vereinbar scheinen, und dennoch zwei Pole bezeichnet, zwischen denen sich das Leben abspielt.

Wunder und Realismus – wie passt das zusammen? Können Menschen, die mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen stehen, an Wunder glauben? Oder brauchen wir nicht gerade beides: Realismus und den festen Glauben an Wunder?

Wer ein wenig weiß über die Entstehung des Staates Israel oder nachliest, der mag nachvollziehen, in welchem konkreten Zusammenhang das Zitat von Ben Gurion seinen Ursprung hat. Als am 14. Mai 1948 der Staat Israel seine Unabhängigkeit erklärte, grenzte es tatsächlich an ein Wunder, dass das so möglich war.

Die Jüdische Nation hat aber von je her durch Gottes Segen erfahren, dass Menschen – ja, wir alle – Wunder sind.

Die Tora warnt sehr oft vor der Angst und Furcht. So waren es 10 Kundschafter, die aus Angst vor der Einnahme Israels diese Angst an das gesamte Volk übertrugen und sie die Moral somit auf den Tiefpunkt brachten ..

Dennoch: Moses motivierte Josua und das Volk: „Fürchtet euch nicht vor ihnen; denn der Herr, euer Gott ist es, der für euch kämpft!“

Doch dem Schöpfer war das immer noch nicht Motivation genug. So sagte Er zu Moses: „Und gebiete dem Josua, stärke ihn und festige ihn, denn er soll vor diesem Volk hinüberziehen; und er soll ihnen das Land, das du sehen wirst, als Erbe austeilen!“

Moses erfüllte, was Gott ihm auftrug, und motivierte Josua sowie das gesamte Volk Israel: Seid stark und mutig! Fürchtet euch nicht und lasst euch nicht vor ihnen grauen, denn der Herr, dein Gott, geht selbst mit dir; Er wird dich nicht aufgeben noch dich verlassen! Kurz darauf nimmt Moses Josua an seine Seite und sagt ihm zweimal: „Sei stark und mutig!“ Und er befahl nochmals Josua, dem Sohn Nuns: „Sei stark und mutig! Denn du sollst die Kinder Israels in das Land bringen, das ich ihnen zugeschworen habe, und ich will mit dir sein!“

Im Wochenabschnitt Ekev erklärt die Tora, warum wir uns vor nichts zu fürchten brauchen: „Wenn du aber in deinem Herzen sagst: ‘Diese Völker sind zahlreicher als ich!’ Wie kann ich sie aus ihrem Besitz vertreiben? … so fürchte dich nicht vor ihnen! Gedenke doch an das, was der Herr, dein Gott, dem Pharao und allen Ägyptern getan hat; an die gewaltigen Prüfungen, die deine Augen gesehen haben, an die Zeichen und Wunder und an die starke Hand und den ausgestreckten Arm, mit denen der Herr, dein Gott, dich herausgeführt hat. So wird der Herr, dein Gott, an allen Völkern handeln, vor denen du dich fürchtest!“ (5. Buch Moses 7,17)

Gott spricht hier zu jedem von uns: „Sei dir bewusst, die Wunder, die das Volk Israel bei ihrem Auszug aus Ägypten erfuhr, waren keine einmalige Geschichte. Nein, diese Wunder und Hilfe gehören auch dir jetzt und hier!“

Immer wenn wir uns also fürchten, müssen wir unsere Leiden dem Schöpfer vortragen und Er wird uns Wunder erleben lassen!

Es gibt zwei Arten von Wundern, die Gott uns erleben lässt: Ein übernatürliches Wunder und ein natürliches Wunder. Nach dem letzten Gaza-Krieg wird in Israel oft gefragt: Welches der beiden Wunder ist größer? Das Wunder, dass die Hamas-Raketen und alle anderen Terrorversuche der Islamisten zu 99,9% ihre Ziele verfehlen? Oder ist es ein Wunder, dass wir so stark und schlau sind, das Raketenabwehrsystem „Iron Dome“ bauen zu können und ein sehr gutes Geheimdienstnetz auf die Beine gestellt haben?

Die Antwort entnehmen wir aus einem Bibelvers, in dem Gott über zwei Wunder redet. Im ersten Wunder beschreibt Gott gewisse wunderkräftige Mirakel, die sich bei den zehn Plagen abgespielt hatten – eine Art Naturkatastrophe, die dem Volk Israel zur Hilfe eilte:  „Dazu wird der Herr, dein Gott, Hornissen unter sie senden, bis die Übriggebliebenen und diejenigen, die sich vor dir versteckt hielten, umgekommen sind.“ (5. Buch Moses 7,20)

Es gibt aber auch ein persönliches Wunder – ein Wunder, das sich durch uns äußert: „Lass dir keine Angst machen, denn der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein großer und furchtgebietender Gott.“ Der Schöpfer offenbart sich durch dich! Durch dein Können, dein Wissen, dein Tun, Handeln, dein Denken, dein Sagen! Und hier müssen wir aufpassen. Wir dürfen all das nicht auf uns alleine beziehen: „So gedenke doch an den Herrn, deinen Gott – denn Er ist es, der dir Kraft gibt, solchen Reichtum zu erwerben.“ (5. Buch Moses 8,18)

Auch der Midrasch beweist, dass das Wunder, welches von vier Königen offenbart wird, größer ist:

David sagte: „Ich jage meinen Feinden nach, werde sie erwischen und solange wieder nicht heimkehren, bis ich sie ausgemerzt habe.“ Und so war es!

Asa sagte: „Ich kann nicht töten. Ich werde die Feinde verfolgen, aber töten musst Du sie.“ Und so geschah es dann auch.

Jehoschafat sprach: „Ich habe keine Kraft zu töten und ich habe auch keine Kraft jemanden zu verfolgen. Ich singe und Du wirst die Feinde töten.“ Und so passierte es.

Chiskijahu sagte: „Ich habe keine Kraft zu töten und ich habe auch keine Kraft jemanden zu verfolgen. Ich habe auch keine Kraft zum Singen. Ich lieg im Bett und Du machst die Arbeit.“ Und so geschah auch dies.

Man könnte meinen, dass Chiskijahu das größte Wunder widerfuhr, aber das Wunder, welches der Schöpfer durch David vollbrachte, ist das Größte und Aussagekräftigste, denn der Schöpfer offenbarte sich durch David! Durch sein Können, sein Wissen, sein Tun, sein Handeln, sein Denken, sein Reden!

Siehst du?! Du bist wundervoll, egal was du machst, es ist immer wundervoll. Das Leben hält jeden Tag viele kleine Geschenke für uns bereit, die nur darauf warten, angenommen zu werden.

Das Kitzeln der Sonne in unserer Nase.
Das Plätschern eines Baches.
Das leise Säuseln der Blätter, wenn der Wind sanft durch das Geäst der Bäume streift.
Das Einatmen des frischen Duft des Waldes, während eines Waldspazierganges.
Ein freundliches Wort, das wir empfangen.
Ein liebliches Lächeln, das unsere Seele berührt.
Und noch viele, viele kleine Dinge mehr.

Jeden Tag geben diese Dinge erneut ihr Stell-dich-ein und jeden Tag warten sie erneut darauf, dass wir sie als wundervolle Geschenke erkennen und in uns aufnehmen.

Das Leben pulsiert überall und ist einfach nur schön, vor allem durch dich, denn du bist ein Wunder.

Das Wunder wartet auf uns und unser Tun! „Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist“, das heißt also: Mit dem Wünschenswerten vor Augen das Mögliche tun. Und sich gut biblisch beschenken lassen von dem Segen Gottes.

Tun wir, was wir können, und freuen uns in diesen Tagen mit den Menschen, die uns umgeben und über all die Chancen, die uns das Leben schenken.

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1. branko

11/22/2016

wunder

das vertrauen in das wunder des lebens zu erhalten ist wohl das erstrebenswerteste und beste . eine schöne zusammenfassung wie es aussehen kann wenn menschen davon erfüllt sind . danke schön .

2. branko

11/22/2016

das vertrauen in das wunder des lebens zu erhalten ist wohl das erstrebenswerteste und beste . eine schöne zusammenfassung wie es aussehen kann wenn menschen davon erfüllt sind . danke schön .

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